Lernen mit iPads an der Freiherr-vom-Stein-Schule

Das iPad ist ein normales Hilfsmittel für den Unterricht und wird immer dann und dort eingesetzt, wo sich ein „added value“ für den Unterricht ergibt: Also steht der Einsatz in direkter Abhängigkeit von den thematisierten Inhalten. Das iPad wird gleichberechtigt mit den anderen Unterrichtsutensilien benutzt, denn nicht die Technik, sondern das, was man damit machen kann, soll im Vordergrund stehen.

 

 

 

 

Hier die Beantwortung der Fragen:

Bundesland: Hessen
Name der Schule:
Freiherr-vom-Stein-Schule
Domänenweg 2
36037 Fulda
Tel.: 0661 969400
Schulart: Gymnasium
Einsatz in welchem Fach/welche Fächer:
In allen Fächern der iPad Klasse
Dauer/Häufgkeit des Einsatzes
Das iPad ist ein normales Hilfsmittel für den Unterricht und wird immer dann und dort eingesetzt, wo sich ein „added value“ für den Unterricht ergibt: Also steht der Einsatz in direkter Abhängigkeit von den thematisierten Inhalten. Das iPad wird gleichberechtigt mit den anderen Unterrichtsutensilien benutzt, denn nicht die Technik, sondern das, was man damit machen kann, soll im Vordergrund stehen.
Über welchen Zeitraum wurden die digitalen Medien eingebunden?
Die iPad Klasse wurde zu Beginn des Schuljahres 2012/13 eingerichtet und es wird in allen Fächern nach den oben beschriebenen Kriterien mit dem iPad unterrichtet. Das iPad wird hauptsächlich für vier Grundfunktionen des Unterrichts eingesetzt:

  1.  Steuerung von Kommunikationsprozessen
  2. Informationen suchen, auswerten und vergleichen
  3. Präsentation und Dokumentation von Arbeitsergebnissen
  4. Mathematische Berechnungen durchführen und visualisieren

Wenn Medien in einer Unterrichtsstunde eingesetzt werden, welchen Zeitanteil macht der Medieneinsatz aus?
Diese Frage ist ebenso schwer zu beantworten wie die Frage, wie oft die Schüler den Füller / Kugelschreiber gebrauchen, da der Einsatz kein Selbstzweck ist, sondern bestimmte Unterrichtsphasen lediglich sinnvoll begleitet.

Verantwortlicher:
OStR Dieter Umlauf, dieter.umlauf@me.com

Welche Geräte wurden eingesetzt?
Die iPad Klasse ist der erste Schritt der Freiherr-vom-Stein-Schule in Richtung eines „manyto-one“ Konzeptes: Jeder Schüler / jede Schülerin besitzt ein eigenes iPad. Zusätzlich ist der Klassenraum der iPad Klasse mit einem Beamer, einem Laserdrucker und einer Dolby Surround-Anlage sowie AppleTV / Airport Extreme ausgestattet. Statt eines überteuerten und komplizierten White-Boards benutzen wir Apple TV und projezieren die Arbeitsergebnisse der Schüler sowie deren Bildschirminhalte drahtlos mittels des in der Klasse installierten Beamers. Dieses IT-Equipment bereichert dies gesamte Schulgemeinde: die Benutzung der iPad Klasse als Computerraum für andere Klassen während der Leerstände (Fachunterricht: Sport, Chemie, Physik, Kunst) wird in das Gesamt IT-Konzept mit eingebunden.

Welche Software wurde eingesetzt?
Als Standard-Software Paket ist auf dem Lehrer iMac und auf allen Schüler iPads iWork, iLife und Evernote und zahlreiche andere fachspezifische Apps installiert, die für den Unterricht von Vorteil sind. Die Ergebnisse der Schüler werden Kollaboration über Evernote / Google Docs erstellt; alle selbst gestalteten Arbeitsblätter sind auf dem Server der Stadt Fulda (Web-DAV) bzw. auf der DropBox / der cloud hinterlegt.

Welche digitalen Inhalte werden genutzt/erstellt?
Es werden die üblichen digitalen Informationsquellen des Internets genutzt, zusätzlich hat die iPad Klasse eine eigene Website, die einen geschützten Login-Bereich aufweist, wo die Schüler Arbeitstermine, Ankündigungen und Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt bekommen.

Was würde ein Beobachter dort an Unterrichtsaktivitäten wahrnehmen?
Das auffälligste dürfte der Klassenraum selbst sein: er ist hell, freundlich und dank der Ordnungsdienste der Schüler immer sauber und aufgeräumt, es stehen Blumen auf den Fensterbrettern, es hängen Bilder, die den Schülern gefallen, an den Wänden … .
Den Besuchern der iPad Klasse würde weiterhin sofort das angenehme Unterrichtsklima in der Klasse auffallen; das Geräuschniveau ist sehr gering, Themen werden eigenverantwortlich bis zu einer bestimmten Deadline nach in der Gruppe selbst erstellten Kriterien angefertigt und dann gemäß den Prinzipien des „Challenge-Based-Learning“ bewertet. Es wird in Recherche- und Erarbeitungsphasen dezentral gearbeitet (m-Learning), die Schüler können trotzdem über FaceTime / Evernote / Dropbox ihre Arbeitsergebnisse
gemeinsam erstellen und austauschen. Die Rolle des Lehrers ist in diesen Phasen unterstützend und begleitend.

Warum haben Sie sich entschieden, digitale Medien im Unterricht/ für das Projekt einzusetzen?
Die Pädagogik forderte schon seit eh und je, dass der Unterricht der (Er)Lebenswirklichkeit der Schüler Rechnung tragen sollte. Die Alltagswelt der Schüler ist durch die modernen Medien bestimmt und ist aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken. Um sich die Potentiale dieser Medien zu nutze zu machen und um im Unterricht effizienter arbeiten zu können, entschloss sich die Freiherr-vom-Stein-Schule letztes Jahr einen Modellversuch mit mobilen Endgeräten im Schuleinsatz zu starten. Nur in einer „one-to-one“- Umgebung kann handlungs- und kompetenzorientiert gelernt und gearbeitet werden und nur so kann echtes „m-Learning“ umgesetzt werden.

Welche/s Ziel/e sollte/n erreicht werden?
Das erste und wahrscheinlich banalste Ziel war es, die von den Schulbüchern bereits geforderten medialen Inhalte problemlos umsetzen zu können.

  • Es sollten in den Fremdsprachen Soundfiles abgespielt werden können, ohne antiquierte und anfällige Billig-CD-Spieler aus Kunststoff zwischen den Räumen umher tragen zu müssen.
  • Weiterhin sollten on-demand Filme gezeigt werden können, ohne einen Fernsehwagen auftun, den Schlüssel dafür besorgen und diesen dann durch das halbe Schulgebäude schieben zu müssen.
  • Auch die Computerrecherche sollte vereinfacht werden; es sollte hand-on recherchiert werden können, ohne locker 20 Minuten der Unterrichtszeit für das Pilgern in einen der Computerräume und zurück in den Klassenraum zu verschwenden.

Welche Ziele wurden tatsächlich erreicht?

Diese Grundfunktionen, die oben skizziert worden sind, konnten komplett umgesetzt werden. Darüber hinaus ergaben sich zahlreiche Einsatzgebiete für das iPad aus dem Unterricht heraus von selbst:

  • So stellte der Sport-Kollege fest, dass man mittels der eingebauten Kamera hervorragend Bewegungsabläufe visualisieren kann.
  • Die Kunstkollegin nutzt das iPad für die Umsetzung verschiedenster kreativer Projekte.
  • Im Chemieunterricht werden Experimente vom Lehrer-iPad aufgenommen und auf die iPads der Schüler gestremmt, die sich den Versuch dann nochmals ansehen können, um ihn schließlich auszuwerten.
  • In den Fremdsprachen können die Schüler ihre Phonematik überprüfen, indem sie ihre Stimme aufnehmen und sich dann die Aufzeichnung anhören.

Gab es Widerstände?

Widerstände gab es natürlich, doch dadurch, dass das Projekt einen langen Vorlauf hatte (fast zwei Jahre) , und dadurch, dass das Kollegium auch in der Planungsphase immer auf dem Laufenden in Bezug auf die Entwicklung der Dinge gehalten worden ist, herrschte
Transparenz. Die Ergebnisse der Projektgruppe wurden dann der Schulkonferenz vorgestellt, die um ihre grundsätzliche Zustimmung für das Projekt gebeten wurde. Anschließend wurde dieser Antrag in die Gesamtkonferenz eingebracht und dort wurde die Planung des iPad Projektes sowie die Erstellung eines Medienkonzeptes beschlossen. Im folgenden wurde in Zusammenarbeit mit den einzelnen Fachschulen dieses eben erwähnte Medienkonzept erstellt und publik gemacht , welches dann auf der nächsten Gesamtkonferenz angenommen und verabschiedet wurde.

Welche?
Vor allem ältere Kollegen hatten bedenken, dass sie durch die Technik überfordert sein könnten und fürchteten zudem einen hohen Zeitaufwand beim Erlernen des Umgangs mit der Technik. Diesen Kontaktängsten wurde durch eine systemische Schulung der Lehrkräfte entgegen gewirkt, die Herr Frank Hielscher an der Steinschule abhielt. Hier wurden Schwerpunkte der pädagogischen und schulischen Arbeit im Gespräch aller mit allen visualisiert und es gelang auch, Synergien zu wecken und Ziele zu de“nieren sowie Neues zu planen, wobei jeder das einbringen konnte, was er für die Schule leisten wollte, ohne gezwungen zu werden, etwas tun zu müssen, was ihm widerstrebte. Die Technik-Skeptiker wurden also eingeladen, den Weg mitzugehen, ohne selbst aktiv beim iPad Projekt werden zu müssen; es wurde aber immer betont, dass ein Einstieg jederzeit und ohne Angabe von Gründen möglich ist.

Wie ist der Medieneinsatz verknüpft mit anderen Phasen/Zielen des Unterrichts?

Das Medienkonzept der Freiherr-vom-Stein-Schule ist umfassend und nicht punktuell ausgelegt: Es ist geplant, dass die Schule jahrgangsstufenweise nach und nach mit iPads ausgerüstet werden soll, sodass das Projekt langsam aber nachhaltig wächst. Die Lehrer werden speziell geschult und geben dann ihrerseits ihre Kenntnisse an die folgenden in der iPad Klasse unterrichtenden Kollegen weiter. Ergebnisse und mögliche Einsatzszenarios werden auf der Homepage der iPad Klasse sowie im Intranet der FvSS dokumentiert.

Wie wurde der Medieneinsatz finanziert?
Der Medieneinsatz hat eine Mischfinanzierung:

  • Die Einrichtung der iPad Klassenräume wird von dem gemeinnützigen Verein „MuT“ finanziert.
  • Die technische Infrastruktur wird vom Schulträger gestellt.
  • Die Geräte selbst werden von den Eltern der Schüler entweder geleast (Mobiles Lernen) oder gekauft (Computacenter).
  • Die Kosten für die systemische und technische Schulung der Kollegen (Frank Hielscher / eringo) wird aus dem Fortbildungshaushalt der Schule bestritten und ist als zertifizierte Fortbildungsmaßnahme im Schulprofil verankert.

Damit werden Anschaffung, Logistik, Garantieabwicklung und Schulungen „outgesorct“, damit die Arbeitskraft der Lehrer sich voll auf das Unterrichten konzentrieren kann.
Gibt es weitere Links/Ressourcen/Dokumentationen zu Ihrem Projekt?

  • Allgemeine Informationen liefert die Homepage der Freiherr-vom-Stein-Schule: http://fvs-fulda.de/
  • Die Aktivitäten der iPad Klasse sind auf folgender Homepage einzusehen: http://www.ipad-fvs.de/
  • Die Unterrichtsmaterialien und die Stundenplanungen sind hier zu finden: http://www.byu4u.de/
  • Für Kolleginnen und Kollegen stehen Informationen im Intranet der Freiherr-vom-Stein- Schule zur Verfügung: http://www.fvss.schulen-fulda.de/modxintranet/login

Ist das Projekt wissenschaftlich begleitet?
Das iPad Klassen Projekt wird von der Goethe Universität der Stadt Frankfurt / dem AfL Frankfurt begleitet. Ansprechpartner ist hier Dr Clemens Bohrer.

Wie sind die vier Gruppen, Schüler, Eltern, Lehrer und Verwaltung in die Entstehung und auch in den Verlauf des Projektes eingebunden?
Auch im kommenden Schuljahr werden zwei iPad Klassen (G8 /G9) eingerichtet werden. Das ursprünglich erstellte Medienkonzept ist hier nur die Richtschnur, nach der das Projekt geplant und umgesetzt wird, doch ist dieses nicht „statisch“, sondern entwickelt sich durch die im Unterricht gewonnenen praktischen Ergebnisse und durch die aktive Mitarbeit der Kolleginnen und Kollegen am Projekt weiter.

  • Eltern und Schüler werden auf Informationsveranstaltungen über das Angebot der iPad Klasse informiert und es werden dann nach einer Anmeldefrist die entsprechenden Klassen aus Freiwilligen zusammengestellt.
  • Über den konkreten Verlauf des iPad Klassen Projektes informiert die regionale Presse, die Schul-Homepage und die Homepage der iPad-Klasse.
  • Alle Interessierten Eltern / Lehrer / Schüler werden zur Mitgestaltung des Projekts durch Manpower, Sachleistungen, Know-How, etc. eingeladen

 

 

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