LocalBeatz

Außerschulischer Lernort Bayern Musik Smartphones Tablets

Im Freizeitprojekt in der sozialpädagogischen Jugendarbeit “Local Beatz”- wurden Stadtteil-Raps gestaltet. Das Projekt bietet sich auch für einen fächerübergreifrnden Musik- und Deutschunterricht an.

Angeleitet von Ulrich Tausend und Tobias Helmlinger in einem Projekt der Freizeitstätte KistE (Träger: Katholisches Jugendsozialwerk München e.V.) machten Jugendlichen Tonaufnahmen in ihrem Stadtteil mit Hilfe von Aufnahmefunktionen von Smartphones und Tablet-Computern. Diese Sounds schnitten sie zu Geräuschcollagen zusammen. Dafür eignen sich besonders gut Software-Anbieter, wie Movbeats und MadPad oder auch Audacity.

 

 

 

 

 

In einer Textwerkstatt werden von den Jugendlichen Lyrics verfasst und zu dem musikalische Grundgerüst gerappt und so ergibt sich ein fertiger Song über den Stadtteil, ein Local Beat. Es ermöglicht die kritisch-konstruktive Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenswelt sowie mit aktueller Musikkultur, den kreativen Selbstausdruck.

Die Songs wurden im Internet veröffentlicht und die Jugendlichen treten so in Auseinandersetzung mit ihren Peers. Das hohe Engagement mit dem sie sich selbst in die Produktion einbrachten verweist auf die hohe persönliche Bedeutung und Relevanz dieser Auseinandersetzung und Erfahrung mit neu zu erlernenden Fähigkeiten.

Ansprechpartner für dieses Projekt sind:

Antworten des Fragebogens:

Bundesland: Bayern

Name der Schule/Einrichtung: Freizeitstätte KistE (Träger: Katholisches Jugendsozialwerk München e.V.)

möglicher Unterrichtseinsatz: Musik/Geografie
Dauer/Häufigkeit des Einsatzes: 

  •  Heiße Phase 1 Woche, 1-3 Monate  Nachbereitung (Musikstück verbessern, Musikfilmdreh)

Wie häufig werden diese im Unterricht eingesetzt?

  • bislang mit drei Gruppen

Wenn Medien in einer Unterrichtsstunde eingesetzt wird, welchen Zeitanteil macht der Medieneinsatz aus?

  • Die Medien sind immer dabei, beim Aufnehmen der Töne, beim Texten der Beat als Unterstützung beim Texten, Beim Erstellen des Beats und aufnehmen der Raps sowieso.

Verantwortlicher:

Welche Geräte wurden eingesetzt?

  • Tonaufnahmegeräte, Smartphones, Photokamera, Computer, Mikrophon,

Welche Software wurde eingesetzt 

  • Native Instruments Maschine (zum Beat erstellen),
  • Cubase um Raps aufzunehmen,
  • Browser um Ergebnisse auf Soziale Netzwerke zu laden

Welche digitalen Inhalte werden genutzt/erstellt? 

  • Es wurde ein Lied erstellt, das aus Geräuschen aus dem Stadtviertel aufgebaut wurde. Auf dieses wurde mit einem Text mit Bezug auf das Leben im Viertel gerapped.

Bitte beschreiben Sie, wie solch eine Projektphase unter dem Einsatz des Mediums abläuft?

  • Anforderungen an Projektdurchführende:
  • Zumindest einer der Projektdurchführenden benötigt Kenntnisse in der Musikproduktion um die Teilnehmer beim Erstellen des Beats, beim Texten und Aufnehmen zu unterstützen
  • Zusätzlich wird mindestens eine weitere Person benötigt um die Jugendlichen zu betreuen, da z.B. nicht alle gleichzeitig aufnehmen können.
 Zeitrahmen:
  • Mindestens drei Stunden an drei bis vier Tagen zum
  1. Aufnahmen der Geräusche,
  2. Erstellen des Beats
  3. Texten und Rappen.
  • Zusätzlich wird Zeit benötigt um die Geräusche zu sichten und zu beschneiden und den Beat zu überarbeiten. Dafür sollte zwischen 1. 2. und 3. genug Zeit eingeplant werden in denen der Projektdurchführende (evtl. unterstützt durch die Teilnehmer) am Material arbeiten kann.
 Projektbeschreibung:

Ziel des Projektes ist es, den beteiligten Jugendlichen auf spielerische und intuitive Weise den Umgang mit mobilem Kommunikationsgeräten sowie den mit ihnen gewonnenen medialen Ausgangsprodukten wie Sounds, Fotos und Videos näher zu bringen. Konkret soll bei LOCAL BEATS unter fachlicher Anleitung und unter Zuhilfenahme von Smartphones, Aufnahmegeräten sowie einfacher, intuitiver Musikhard- und Software der eigene Stadtteil „vertont“ werden, sprich einzelne für den Stadtteil spezifische Sounds zu Beats und Geräuschkollagen verarbeitet werden. Zu diesen musikalischen Grundgerüsten werden in Form einer Textwerkstatt Lyrics verfasst, die sich auch mit dem Leben im Stadtteil befassen. Diese Lyrics werden zum Abschluss auf die aus den Umgebungssounds gewonnen Loops & Beats gerapt und gesungen, somit ergibt sich ein fertiger Song, ein Sound aus dem Stadtteil und für den Stadtteil – LOCAL BEATS.

Das Projekt kann als offenes Angebot mit niedrigschwelligem Zugang durchgeführt werden. Teilnehmer können am ganzen Projekt, oder nur an Projektteilen teilnehmen. Natürlich kann man auch mit einer festen Gruppe, die an allen Projektteilen teilnimmt, arbeiten.

Das Projekt kann an vier Nachmittagen plus Vor- und Nachbereitungszeit durchgeführt werden.

1. Tag: Kurze gemeinsame Einführung in Musiktheorie fokussiert auf Hip Hop. Dann diskutieren und entscheiden die Teilnehmer gemeinsam wo sie interessante Geräusche suchen wollen. In Gruppengrößen von 3 bis 6 wird anschließend unter Zuhilfenahme von Smartphones und Aufnahmegeräten „Material“ gesammelt. Vorher sollten kurz Probeaufnahmen gemacht werden, damit die Teilnehmer merken, welche Geräusche sich für Aufnahmen eignen. So ist für die Aufnahme besser, wenn ein einzelnes Geräusch aufgenommen wird, als mehrere nacheinander, da diese einfacher weiterverarbeitet werden können (einmal klatschen ist besser als fünfmal hintereinander). Zu den Aufnahmen kann gesagt werden wo man sich befindet und was man hört, so kann das Material (falls gewünscht), besser zugeordnet werden. Weitere Gruppenmitglieder können den Aufnahmeprozess fotografieren oder filmen.

Die Geräusche müssen im Anschluss zugeschnitten und eventuell in der Lautstärke angepasst werden. Dafür eignet sich z.B. das kostenlose Audacity oder professionelle Sequencer. Das Zuschneiden ist etwas mühsam. Fitte Jugendliche können die den Musikexperten aber gerne unterstützen.

2. Tag: Das Material wird gemeinsam gehört. Wer erkennt die Geräusche? Für das Bauen der Beats benötigt man ein Sequencer Programm und einen Midicontroller. Mittels diesem wird die Beatproduktion viel intuitiver, da man auf dem Gerät die Geräusche ähnlich einem Schlagzeug spielen kann. Ohne Midi Controller muss man sich den Beat am Bildschirm zusammenklicken. Sehr gut eignet sich z.B. die „Maschine“ von „Native Instruments“.

Maximal fünf Jugendliche können effektiv gleichzeitig am Beat arbeiten. Die anderen können währenddessen Texten. Dabei eignet sich als übergreifendes Thema das Stadtviertel. Beginnt jede Strophe mit dieser, passen die einzelnen Teile gut zusammen. Die Texte bieten viel Diskussionsstoff. Viele Jugendliche kommen inspiriert von Gangsterrappern mit nicht jugendadäquaten Inhalten, was zu spannenden Gesprächen mit den Pädagogen führen kann.

3. Tag: Die Teilnehmer nehmen einzeln oder in kleinen Gruppen auf. Währenddessen kann weiter getextet werden. Je besser die Texte eingeübt wurden, desto einfach fällt das Rappen vor dem Mikrofon. Einige Jugendliche haben Angst vor dem Rappen, sie wollen nicht uncool erscheinen. Gemeinsames Rappen oder das Nutzen von Stimmverzerrern können hier Zuversicht geben.

Nach dem Aufnehmen werden die einzelnen Versatzstücke im Sequencer durch den Musikexperten angeordnet und dieses gemastert.

4. Tag: Präsentation: Ist das Lied fertig werden die einzelnen Schritte präsentiert (Geräusche (evt. mit Fotos und Videos), Beat und fertiges Lied). Sind alle Jugendliche, die zu hören sind, einverstanden, kann das Lied auf Soundcloud und Youtube veröffentlicht werden.
 Warum haben Sie sich entschieden, digitale Medien für das Projekt einzusetzen?
  • Wir wollten an der Lebenswelt der Jugendlichen ansetzen. Diese nutzen ihre Handys und Smartphones um z.B. Hip Hop zu hören. Wir wollten ihnen ermöglichen selbst ein Lied aufzunehmen, das sich mit ihrem Stadtviertel beschäftigt.

Welche Ziele wurden tatsächlich erreicht?

  • Die Jugendlichen haben sich aus einer für sie neuen Perspektive mit dem Stadtviertel und Hip Hop beschäftigt. Sie haben gemeinsam ein Lied erstellt, was sie stolz macht.

Gab es Widerstände? Welche?

  • teilweise hatten die Jugendlichen Angst, dass sie im Lied nicht cool genug rüber kommen. Daher ist es wichtig, dass zumindest einer der Veranstalter etwas von Hip Hop Produktion versteht.

Wie ist der Medieneinsatz verknüpft mit anderen Phasen/Zielen des Unterrichts?

  • Bezüge zu anderen Themen: Texten, Musik (Hip Hop), Sozialgeographie

Gibt es weitere Links/Ressourcen/Dokumentationen zu Ihrem Projekt?

Wie sind die vier Gruppen, Schüler, Eltern, Lehrer und Verwaltung in die Entstehung und auch in den Verlauf des Projektes eingebunden?

  • Bei uns Pädagogen: Leiten an und motivieren, arbeiten am Lied und helfen beim Texten,
  • Teilnehmer: Erstellen Medien und Texte, rappen, verbreiten ihr Lied, Können die Verbreitung ihres Teiles des Liedes verhindern.
  • Eltern: Mussten beim Video einer Veröffentlichung zustimmen